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Metzelder FC-Mitglieder sind von Hause aus verrückt genug, um ständig irgendwelche verrückten Aktionen zu starten. Ob im Trainingslager des BVB oder beim frühsonntäglichen Dreckswettertraining irgendwelcher Regionalliga-Clubs, wir zeigen überall Flagge, 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche. An dieser Stelle wollen wir euch in loser Folge von unseren Trips und Aktionen berichten.

Heute blicken wir in dieser Rubrik auf unsere Fanclub-Abschiedsparty zurück, erzählen von Christophs neuer Fußball-Action-Figur und verraten euch, was unser Ehrenmitglied auf seinem Weg nach Madrid noch so im Gepäck haben wird.



Abschiedsgrillen
oder: Senden ist nicht Ottmarsbocholt!

Es war erst Anfang März und damit viel zu früh für einen Aprilscherz: Christoph Metzelder, langjähriges Ehrenmitglied unseres Fanclubs und irgendwie auch der Grund für dessen Gründung, hatte allen Ernstes beschlossen, seinen zum Saisonende auslaufenden Vertrag bei Borussia Dortmund nicht zu verlängern und sich stattdessen eine neue sportliche Herausforderung zu suchen.

Abschied von Dortmund: Christoph Metzelder in seinem letzten Spiel für den BVBUnsere Begeisterung darüber hielt sich in überaus engen Grenzen, zumal es beim BVB alles andere als rund lief und wir die Verhinderung eines nicht ganz unwahrscheinlichen Abstiegs als völlig ausreichend empfanden, was sportliche Herausforderungen anging. Die "21 Gründe, beim BVB zu bleiben", die wir Christoph im Rahmen des letzten Fanclubtreffens plastisch vor Augen geführt hatten, waren offenbar nicht überzeugend genug gewesen. Und dabei hatten sich Fanclub und Ehrenmitglied – nach einer nicht ganz einfachen Phase vor und nach der WM – gerade erst wieder bekrabbelt.

Wie verabschiedet man nun als Fanclub eines Vereins einen Spieler, mit dem man sieben Jahre lang durch dick und dünn gegangen ist, der aber für genau diesen Verein nicht mehr spielen möchte? Keine einfache Frage, und wir suchten lange nach einer passenden Antwort. Christoph selbst war es schließlich, der sich standhaft weigerte, Dortmund und seinen Fanclub ohne eine ordentliche Abschiedsparty zu verlassen. Vertrauensselig wie er nun mal ist, überließ er uns die Planung – und ahnte zu dem Zeitpunkt nicht, was er sich damit eingebrockt hatte.

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Demnächst immer in weiß: Christoph MetzelderLaut Kalender war Frühling, aber der Sommer hatte wettermäßig schon begonnen, und was lag da näher als eine Grillparty? Unsere Wahl fiel auf einen Grillplatz in Witten, wunderschön im Wald gelegen, mit einer super Aussicht auf das Ruhrtal und einigen kulturhistorischen Highlights (schließlich ist Christoph der Chef-Intellektuelle unter den Bundesliga-Profis) in unmittelbarer Nähe. Der Termin war schnell gefunden: Der Mittwochabend nach dem Derby, mit anschließendem Feiertag und Ausschlafgarantie für die meisten von uns. Wir baten die Mitglieder um Hilfe bei der Durchführung und gaben Christoph den Auftrag, sich um gutes Wetter zu kümmern.

Es kam, wie es kommen musste. Wer beim Derby war, kann sich an die Regengüsse vor dem Spiel erinnern, und dieses Dreckswetter sollte auch in den kommenden Tagen anhalten. Zwei Tage vor der Grillparty warfen wir die komplette Planung über den Haufen – darin waren wir geübt, es war ja nicht unser erstes Fanclubtreffen – und suchten fieberhaft nach einer Location, die mehr Schutz vor den Wassermassen bieten konnte als eine auf drei Seiten offene Holzhütte im Wald.

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Norbert war unsere Rettung! Sein Partykeller im beschaulichen Ottmarsbocholt (Ortsteil von Senden) erwies sich als perfekter Raum zum Feiern, die Garage als optimaler Grillplatz und die (vorwiegend königsblauen) Nachbarn als überaus neugierig. Noch ahnten sie hinter ihren Gardinen allerdings nicht, dass der Meisterderherzensbrecher höchstpersönlich auftauchen würde...

Allerdings war das leichter gesagt als getan. Millionen von Brückentagsurlaubern hatten sich ausgerechnet diesen Mittwoch ausgesucht, um die Autobahnen rund um Dortmund in einen großflächigen Parkplatz zu verwandeln. In Ottmarsbocholt lagen schon die ersten Würstchen auf dem Grill, da kämpften sich sowohl das Ehrenmitglied als auch ein Teil des Vorstands noch durch endlose Autokolonnen. Unserem Spaß und Hunger sollte aber auch diese Kleinigkeit nicht im Wege stehen.

Hier grillt MetzeTja, wenn diese läppischen 230 Staukilometer in NRW das einzige Problem gewesen wären! Auch das Navigationssystem hatte sich gegen den Metzelder FC verschworen und wollte partout nicht verraten, wo Norberts Haus zu finden ist. Eine Delegation von halbwegs Ortskundigen machte sich schließlich auf, um den Verschollenen zu suchen – und fand ihn bald darauf an der Tankstelle in ein Gespräch vertieft. Kurz darauf kam auch der Rest der Vorstands in Ottmarsbocholt an (ganz ohne Navigationsprobleme, dafür mit um so mehr Stau), und wir waren endlich komplett.

Nun ist der BVB ein klassischer Ruhrgebietsverein – hier muss sich auch ein Bald-Königlicher seine Grillwurst mit harter, ehrlicher Arbeit verdienen! Für Christoph hatten wir den Job des Grillmasters vorgesehen und eine Grillschürze entsprechend bedrucken lassen, die er zunächst mit leichter Skepsis betrachtete, von der er sich aber später gar nicht mehr trennen wollte.

Er bekam die Grillzange und ein Paket Würstchen in die Hand gedrückt und durfte sich nach Herzenslust am Grill austoben, während große Teile des Fanclubs sich sehr intensiv um eine Flasche Jägermeister kümmerten. Dabei drehte und wendete der Grillmaster die Würstchen so professionell, dass wir ihm später auch die sportliche Herausforderung des Cevapcici-Grillens nicht vorenthalten wollten.

Ausgleichsmaßnahmen.Bevor die Sonne unterging, schoben wir noch schnell die obligatorische Foto-Session ein. Weil Inge und Karin immer noch nicht gewachsen waren und Christoph sie um zwei bis drei Köpfe überragte, wurden kurzerhand eine Schubkarre und ein Bierkasten zweckentfremdet – entdecke die Möglichkeiten!

Wir befinden uns in der beneidenswerten Lage, mit Carsten den Begründer der weltbekannten Früchtetee-Ultra-Bewegung in unseren Reihen zu haben. So hatten wir – neben dem Jägermeister, der allmählich seine Wirkung entfaltete – natürlich auch für einen entsprechenden Vorrat an Früchtetee-Beuteln gesorgt. Um sich vor der Aufstellung zum Gruppenfoto die Wartezeit zu vertreiben, fing Christoph an, seinen Früchtetee-Beutel durch die Luft zu schwingen. Dem konnten Jörg, Carsten, Andrea und Silke nicht widerstehen und schlossen sich mit einem fröhlichen Liedchen auf den Lippen an. Das Ganze hatte beinahe etwas Sektenhaftes, und natürlich haben wir die Aktion auch auf Video festgehalten – das steht (aus gutem Grund) ausschließlich den Mitgliedern des Fanclubs zur Verfügung. Erst als die Lachsalven abgeklungen waren, war wieder daran zu denken, mit dem Gruppenfoto zu beginnen.

Früchtetee-Ultras in Aktion.

Nun ist es so – wir erinnern uns, der Ruhrgebietsverein – dass Christoph sich auch seine Abschiedsgeschenke mit harter, ehrlicher Arbeit verdienen musste. Wir hatten uns einige Aufgaben für ihn überlegt, die er mehr oder weniger gut, dafür aber unter viel Gelächter erfüllte. Seine Vorstellung eines Spieltages aus der Sicht eines Fans mussten wir allerdings in weiten Teilen korrigieren.

Wir wollten überprüfen, ob er sich wirklich an jedes seiner 125 Bundesliga-Spiele so gut erinnern konnte, wie er behauptet hatte. Der "Mann mit dem Elefantengedächtnis" schaffte es tatsächlich, dass sich die Jury nach der fünften korrekt beantworteten Statistik-Frage (höchster Schwierigkeitsgrad, selbst Boris Rupert wäre blass geworden) geschlagen gab und entschied, dass Christoph sich seine Belohnung redlich verdient hatte: Endlich bekam er die exklusive, von einem schon mehrfach verklagten chinesischen Plagiate-Hersteller extra nach seiner Autogrammkarte angefertigte Christoph-Metzelder-Fußball-Action-Figur überreicht!

Die Christoph-Metzelder-Fußball-Action-FigurDie Chinesen hatten sich nicht zu 100 Prozent an die Vorlage gehalten, aber abgesehen vom Nuckeldaumen und dem Puschelschwänzchen ist die Ähnlichkeit zwischen Christoph und seiner Action-Figur doch verblüffend. Christoph schloss seinen kleinen Freund gleich ins Herz, ließ die Erdnüsse links liegen und kraulte lieber sein Monchhichi, das ihm bestimmt auch in Madrid gerne Gesellschaft leisten wird.

Zur Erinnerung an die letzten sieben Jahre beim BVB und mit seinem Fanclub hatten wir für Christoph ein Album mit vielen Fotos und persönlichen Abschiedsgrüßen zusammengestellt. Neben den Fanclub-Mitgliedern hatten auch seine Kumpels aus der Mannschaft und viele andere Menschen, die seinen Weg begleitet hatten, dazu beigetragen. Unter anderem hatten sich Rudi Völler und Josef Schneck verewigt.

Die darauf unweigerlich folgenden Tränen der Rührung konnte Christoph mit seinem neuen Schal aus der (komplett überflüssigen) BVB-Ladies-Kollektion trocknen – wir dachten uns, wenn einer schon rosa Schals trägt, dann bitte mit BVB drauf! Sicher wird ihm dieses besondere "Schnuffeltuch" auch in Madrid gute Dienste leisten.

Christoph Metzelder am Grill.Leider ist auch der schönste Abend irgendwann zu Ende – es hieß Abschied nehmen. Christoph ließ es sich nicht nehmen, sich von jedem persönlich zu verabschieden. Auch Jörg wurde (quasi als Retourkutsche für einen dummen Spruch über Christophs neuen rosa Schal) zärtlich geknuddelt.

Dass dieser Abschied selbst Christoph, dem großen Emotionen-Verstecker, sehr nahe ging, war nicht zu übersehen. Und so beeilte er sich denn auch zu versichern, dass es "nur ein Abschied aus Dortmund" sei, dazu ein vorläufiger, und lud uns alle zum nächsten Fanclubtreffen nach Madrid ein.

Als Christoph schließlich (von Norberts blauweißen Nachbarn nach wie vor aufmerksam bis ungläubig beobachtet) in sein Auto stieg und sich auf den Heimweg machte, begaben wir uns daran, die Party angemessen zu Ende zu feiern und gemeinsam die Eindrücke des Abends zu verarbeiten.

Wir waren uns schnell einig: Wir sind schon besser benachteiligt worden! Es war ein toller Abend, ein rundum gelungenes Abschiedstreffen, an das wir noch lange zurückdenken werden – und wir freuen uns alle schon riesig auf Madrid!

Grillparty zum Abschied

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